Mannschaftslisten.

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Mannschaftslisten.

Beitragvon -sd- » 02.10.2008, 18:17

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In den Staatsarchiven Hamburgs und Bremens finden sich die Bestände der früheren Wasserschouts (alt für:
Seeamtsvorsteher) und der heutigen Seemannsämter, die für die An- und Abmusterung der Seeleute zuständig
waren.

Nachfolgend habe ich die kommentierten Bestandsverzeichnisse inkl. der Bestandsnummern beider Staatarchive
eingefügt. Bei den Reedereien selbst wird in Sachen Mannschaftslisten gar nichts mehr zu holen sein.

Die Archive von Hapag und NDL - Norddeutschem Lloyd (heute Hapag-Lloyd) und der Hamburg Südamerikanischen
Dampfschifffahrts-Gesellschaft (Hamburg Süd oder HSDG) wurden im 2. Weltkrieg durch Bombentreffer sehr in
Mitleidenschaft gezogen, und vieles wurde zerstört. Was die Hamburg Süd nach dem 2. Weltkrieg noch besaß,
ist dann im Februar 1962 bei der Sturmflut abgesoffen.

Logbücher oder wie man sie heute nennt, Schiffstagebücher, wurden und werden nicht über lange Zeiten
aufbewahrt. Heute kommen leicht 10 bis 15 Regalmeter pro Jahr zusammen, archiviert man alle Schiffstagebücher
der heute im Dienst einer Reederei befindlichen Schiffe. So richtet sich die Aufbewahrungsfrist für Schiffstagebücher
nach den gesetzlichen Vorschriften, diese beträgt heute fünf Jahre, von dem Tage der letzten Eintragung an gerechnet.

Listen der Schiffe finden sich vielfach für die drei vorgenannten Reedereien im Internet. Mehr oder weniger
vollständig und noch mehr oder weniger in der korrekten chronologischen Reihenfolge. Für andere Reedereien
des 20. Jahrhunderts (z.B. DDG Hansa, DDG Kosmos, Rickmers, Sloman, Gehrckens, H. Schuldt, Bolten), die vielfach
unter diesem Namen schon nicht mehr existieren, wird die Recherche im Internet schon schwieriger. Hier besitze ich
noch ein paar Reedereichroniken mit Schiffslisten, in denen ich gerne für Sie nachschlagen will, ob sich etwas finden
läßt.

Ich selbst besitze einige 'Listen der Reisenden' für Hamburg Süd-Schiffe aus dem Zeitraum 1905 bis 1939, wie sie
an die Passagiere der 1. und 2. Klasse ausgegeben wurden. Hierin finden sich aber auch die Namen der nautischen
und technischen Offiziere, sowie der Zahlmeister, Chefköche, Schiffsärzte, Chefstewards. Nur für ein Schiff,
die CAP NORTE, habe ich aus dem Jahr 1938 eine vollständige Liste mit über 200 Besatzungsmitgliedern,
die von Kapitän bis zum Messejungen alle Dienstgrade enthält.

Noch Fragen ? Ich stehe gerne zur Verfügung, diese zu beantworten, soweit es mir möglich ist.

Malte Witt
Mailto: MalteA.Witt(at)t-online.de

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Staatsarchiv Hamburg

373 SCHIFFAHRTSAUFSICHT
373-1 Wasserschout
1691-1873; 8,3 m; Bestandsverzeichnis

Der seit 1691 in Hamburg amtierende Wasserschout hatte die Aufgabe, die An- und Abmusterungen der Seeleute
entgegenzunehmen und zu protokollieren. Aus den Meldungen stellte er Besatzungslisten der Schiffe mit Angaben
der Heuer zusammen. Er hatte auf die Qualität der Bewerber zu achten, Dienstantritte zu überwachen und
Streitigkeiten unter Seeleuten zu schlichten. Er nahm zudem Meldungen über Geburts- und Todesfälle auf
hamburgischen Schiffen sowie Beschwerden entgegen.

Das Amt des Wasserschouts übernahm 1873 aufgrund der Reichs-Seemannsordnung das Seemannsamt Hamburg
(s. 373-10). Der Bestand besteht überwiegend aus Protokollreihen. Musterungsprotokolle liegen erst seit 1760 vor.

373-10 Seemannsamt
1870-1978; 15,0 m; Bestandsverzeichnis

Das 1873 aufgrund der Reichs-Seemannsordnung errichtete Seemannsamt setzte die Tätigkeit des Wasserschouts
(s. 371-1) fort. 1938 übernahm die Seeberufsgenossenschaft wesentliche Aufgaben des Seemannsamtes. Dabei
wurden die 1873 beginnenden Musterungsrollen und -protokolle sowie die 1897 eingerichtete Kartei des Seemanns-
amtes der Seeberufsgenossenschaft teilweise abgegeben. Das Seemannsamt blieb stets der für die Schiffahrt zu-
ständigen Fachbehörde unterstellt. Die Ausbombung des Seemannsamtes im Juni 1944, nicht genehmigte Kassationen
1960 bei der Seeberufsgenossenschaft und die Flutkatastrophe 1962 bewirkten erhebliche Schriftgutverluste.
Der lückenhafte Bestand enthält u.a. Abschriften der An- und Abmusterungsprotokolle des Jahres 1873,
Nachweisungen der Seefahrtszeiten 1891-1895, ein chronologisch geführtes Unfallregister 1888-1896 und von
1870-1912 reichende Statistiken.

Musterungsprotokolle für Seeschiffe (alphabetisch nach Schiffsnamen geordnet) haben sich für die Jahre 1895-1978
erhalten. Außerdem liegen Musterungsprotokolle für Küstenschiffe 1947-1970 und für Fischkutter und -logger 1953-
1967 vor.

Quelle: Kommentierte Übersicht über die Bestände des Staatsarchivs der Freien und Hansestadt Hamburg

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Staatsarchiv Bremen
Tektonik: 02. Ratsarchiv
02.05. Schifffahrt, Verkehr und Post
Bestand: 2-R.11. - Schifffahrt zur See
Umfang: Umfang: 22 m

Inhalt:
Schiffsordnungen und Seerecht 1559-1897 –
Schiffergilde und Seegericht 1592-1870 –
Börtschiffer, Börtfahrt auf Amsterdam und Hamburg 1649-1837 –
Bremer Seeschiffer 1566-1897 –
Seeschifffahrtsstatistik 1765-1876 –
Verpfändung von Schiffen und Zwangsvollstreckung in Schiffe sowie Einführungsgesetze
zum Handelsgesetzbuch und über die Behörde für die Schiffsregister 1865-1888 –
Schiffsmäkler 1708-1871 –
Wasserschout, Wasserschoutsdeputation, Behörde für den Wasserschout,
die Seefahrtschule und das Lotsenwesen 1754-1918 –
Navigations- bzw. Seefahrtschule 1819-1910 –
Bremisches und auswärtiges Lotsenwesen 1571-1916 –
Steuerleute, insbesondere deren Prüfungsrollen, 1827-1878 –
Matrosen, insbesondere Anwerbungen, Desertionen und Meutereien, 1550-1876 –
Reeder 16. Jh.-1872 –
Englische Kompanie 1686-1701 –
Dampfschifffahrt, Post- und Paketfahrt, insbesondere zwischen Bremen und den USA, 1837-1866 –
Nationalität der bremischen Schiffe und Maßregeln gegen den Missbrauch der bremischen Flagge 1565-1889 –
Schiffsregister, -papiere und -vermessungen sowie Ladungspapiere 16. Jh.-1920 –
Flaggenwesen 1797-1901 –
Hilfe in Seenot, insbesondere Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, 1836-1894 –
Bodmereigelder und Seeassekuranzen 1569-1871 –
Liegetage und Frachtgelder 1599-1901 –
Last-, Schreib- und Hafengeld sowie allgemeine Schifffahrtsabgaben 1805-1889 –
Blockade fremder Seehäfen und Küsten 1823-1873 –
Quarantäne 1728-1908 –
Embargo bremischer Schiffe durch England und Frankreich 1793-1833 –
Seerecht in Kriegszeiten 1795-1870 –
Aufbringung bremischer Schiffe durch Kriegsschiffe und Kaper fremder Staaten 1573-1866 –
Behinderung der Schifffahrt durch die Barbaresken
und Verkauf der Schiffsmannschaften in die Sklaverei 1578-1838 –
Islandfahrer 1548-1603 –
Bergenfahrer und Bergenhandlung 1550-1784 –
Grönlandfahrer 1653-1843 –
Walfänger in der Südsee 1836-1845 –
Hitlandfahrer (Shetland-Inseln) 1557-1697 –
Nordpolfahrt 1865-1875 –
Norddeutscher Lloyd, insbesondere Bestätigung der Statuten durch
den Senat und Berichte der Generalversammlungen 1856-1912

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Staatsarchiv Bremen
Tektonik: 05. Senatsregistratur (1875-1958)
05.05. Häfen, Schifffahrt, Verkehr und Post
Bestand: 3-S.2.b. - Schifffahrt zur See
Umfang: Umfang: 13 m Laufzeit: 1875 – 1958

Inhalt:
Nationalität der Kauffahrteischiffe (Schiffsregister) und Befugnis zur Führung der deutschen Flagge –
Schiffsvermessungswesen und Schiffsbesichtiger –
Seeschiffer (Kapitäne), Seesteuerleute, Maschinisten und Schiffsmannschaft (Matrosen),
insbesondere deren Befähigungsnachweise und Prüfungen –
Streitigkeiten der Seeschiffer untereinander und Bestrafungen wegen Übertretung der Seemannsordnung
und der Meldevorschriften bei den Konsulaten im Ausland –
Verpflichtung zur Mitnahme, Unterstützung und Heimschaffung hilfsbedürftiger Seeleute –
Belohnungen für in Seenot geleistete Hilfe und Geldeinzahlungen von Seeleuten bei den Konsulaten im Ausland –
Patententziehungen und -wiedererteilungen –
Bremer Seemannskasse –
Nautische Jahr- und Handbücher –
Amtliche Liste der Schiffe der deutschen Kriegs- und Handelsmarine –
Seefahrtschule –
Deutsche Seewarte –
Seemannsämter

Quelle: http://www.staatsarchiv-bremen.findbuch ... ar_id=3672

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Zusammenstellung und dankenswerterweise auch für dieses Forum zur Verfügung gestellt durch Malte Witt.

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